Visionen im Blödchenpark - In Berlin gerieren sich Freak-Kapitalisten am Spreeufer als Retter vor der Gentrifizierung und verpopeln sich im Eso-Sprech. | taz.de
(…) Wie frei der Zugang zu diesem kleingeistigen Größenwahn tatsächlich ist, wird sich allerdings zeigen müssen. Schließlich wurde auch schon bei der Bar 25 dafür Sorge getragen, dass nur die Verstrahltesten und Verpeiltesten unter den Gästen Einlass fanden. Ein „Spreeufer für alle“ also, die cool genug sind, um in den Club zu kommen; reich genug, um sich das Restaurant zu leisten, und bescheuert genug, das alles subversiv zu finden.
(…)
Mit anderen Worten: Der Holzmarkt ist das kreative Feigenblatt für die kapitalistische Verwertung des Stadtufers, die schrullige Nachbarschaft für betuchte Loftbewohner, die selber so reich und unsexy sind, dass sie sich an der Hauptstadt Berlin aufgeilen müssen. (…)
„Es gibt zu viele Clubs“ - taz.de
Als wir vor fünf Jahren angefangen haben mit dem Club, gab es in Berlin an einem Freitag oder einem Samstag vielleicht 30 bis 40 Partys. Das hat sich inzwischen locker verdoppelt, und dafür gibt es einfach nicht genug Publikum. In Berlin gibt es im Verhältnis sicher zehn Mal so viele Locations wie in London.
[…]
Aber Berlin ist doch voller partywilliger Menschen?
Clubs wie das Horst richten sich eher an ein musikalisch fachkundiges Publikum, und da muss man feststellen, dass dieses begonnen hat, Berlin wieder zu verlassen. Man muss ja unterscheiden zwischen Party, Feier und Rave. Feiern ist etwas für Leute, die sich irgendwo betrinken und mit Konfetti bewerfen wollen und denen die Musik eher egal ist. Feierpublikum wollten wir im Horst nicht so gern haben. Horst Krzbrg hat Leute angezogen, die Interesse an einem echten Club haben.
Samuel Becketts "Endspiel", im Centraltheater Leipzig; deutsch von Elmar Tophoven, Regie: Martin Laberenz
„Die menschliche Existenz als Grenzsituation zwischen Leben und Tod, Gestalten, die auf der ewig enttäuschten Illusion des Wartens beharren oder in tragikomischer Hilflosigkeit die Gewissheit ihres Verfalls überspielen – darum geht es in allen Stücken Becketts.“ Im Zyklus solch apokalyptischer Szenarien zeigt Endspiel das menschliche Leben als vergebliche Suche nach einem Ausweg.
Spielzeiten:
PREMIERE: 9.5., 20 Uhr, Festspielarena
Fr, 10.05. / Sa, 11.05. / So, 12.05.
Stückinfo hier!
Dem Sinnlichen eine Sprache. Performance, Tanztheater und die Dialektik des Leibes
Vortrag & Diskussion mit Michael Gutjahr
Dienstag, 07.05. * 19.00 Uhr * Melanchthonianum, Universitätsplatz, Halle (Saale)
„Loneliness is a crowded room, Full of open hearts turned to stone, All together all alone, All at once my whole world had changed, Now i´m in the dark, off the wall, Let the strobe light up them all, I close my eyes and dance till dawn.“.
SAG ES MIT MUSIK! VINYLES SPRECHEN MIT MARTEN RIESE, ULRICH STOCK UND BOOTY CARRELL
Die wunderbare Welt des Vinyl spielt eine große Rolle im Golem. Wir tanzen und nippen, wir trinken und rauchen. Am 18. April 2013 näherten wir uns zum ersten Mal dieser Welt mit Worten. Drei krankhafte Plattensammler gewährten Einblick in ihr Lebenswerk, die Sammlung. Reihum, wie im Wohnzimmer, stellten sie Besonderes, Ungehörtes, Vergessenes, Hörenswertes und Unmögliches vor.
Marten Riese
Als er 2011 nach Tel Aviv reiste, ging er gar nicht erst zum Strand. In staubigen Garagen suchte er Vinyl und fand heraus, welch kultureller Schmelztigel Israel in den Siebzigern war. Jemenitisch, Türkisch, Hebräisch — seltsamer Funk befand sich in den staubigen Rillen. Marten Riese gehört zum pathologischen Typus des Plattensammlers: Gerne kauft er einzelne Schallplatten, noch lieber kauft er Sammlungen!
Ulrich Stock
Seit mehr als drei Jahrzehnten Reporter der Wochenzeitung Die Zeit, ehemaliger Schach-Profi und erklärter Gegner des Formatradios. Schallplatten haben’s ihm angetan. Und umgekehrt! Sie flattern in seine Hände. Wie Schmetterlinge. Ulrich Stock gehört zum pathologischen Typus des Plattensammlers: Er kann einen Plattenladen nicht verlassen, ohne etwas zu kaufen!
Booty Carrell
Ist Vinylarchäologe und bekennender Liebhaber des zweitklassigen Sounds. Unfälle, Missverständnisse und übersehene Popkultur sind seine Steckenpferde. Booty gehört zum pathologischen Typus des Plattensammlers, denn er sammelt Schallplatten aus Ländern, in denen Musik längst verboten ist.
Matthias Küntzel zum „Richard-Wagner-Jahr 2013“
Welt am Sonntag, 28. April 2013
“Dass man sich in Deutschland über Wagner betrügt, befremdet mich nicht”, notierte Friedrich Nietzsche vor 125 Jahren. “Die Deutschen haben sich einen Wagner zurechtgemacht, den sie verehren können: … sie sind damit dankbar, dass sie missverstehn”. Selten war Nietzsches Beobachtung so zutreffend wie heute, im “Richard-Wagner-Jahr 2013”.

“Lessingstraße, 1986”
Patina | Halle 1986 - 1990
Harald Kirschner – Fotografie
Ausstellung vom 5. April bis 4. Mai 2013
Finissage am 4. Mai um 18 Uhr
(via RAUM HELLROT Produzentengalerie, Halle/Saale)
von Elisabeth Weidinger; jungle-world 17/2013
Vorabdruck aus „Die elfte Plage“: „Touristen fisten“ immer beliebter | taz.de
Wer am Berlin-Tourismus verdienen will, liefert die vom Berlin-Besucher erwarteten Bilder der Stadt. Sei es die Kulisse einer wilden Kreativmetropole, eines modernistischen Hochhaus-Areals oder eines historischen Berlins. Wovon die Theateravantgarden seit Meyerhold bis hin zu Matthias Lilienthals theatralischen Berlin-Exkursionen („X Wohnungen“) und der Site Specific Art unser Tage geträumt haben, ist längst Realität: Dem touristischen Blick ist die Stadt selbst zur Bühne geworden.
Ob beim Projekt, das Fake-Remake einer preußischen Schlossfassade zu errichten, ob in der Berghain-Erlebnisgastronomie oder bei öffentlichen Massen-Events aller Art – das Tourismus-Spektael dient als Erlebnisangebot für die zahlenden Gäste. Wenn die Stadt zur Bühne und zur Kulisse der Erlebnisindustrie wird, bleiben für die Menschen, die in dieser Stadt leben und sie altmodischerweise lieber für eine Stadt als für einen Freizeitpark halten würden, Risiken und Nebenwirkungen nicht aus.
Heute, am 18. April, dem Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto, gedenken wir voller Bewunderung den Menschen, die so tapfer Widerstand gegen die Deutschen leisteten.
★ Schwestern von Gestern ★
Zivia Lubetkin (1914 - 1976) war eine polnisch/israelische Antifaschistin und Widerstandskämpferin. Bereits im frühem Alter schloss sie sich der Zionistischen ArbeiterInnenbewegung an und wurde 1938 in den Vorstand der zionistischen Jungendorganisation Dror gewählt. Bereits 1940 fing sie an den bewaffneten Widerstand gegen die Deutschen zu organisieren. Als Angehörige der Hechalutz-Organisation schmuggelte sie Waffen ins Ghetto und beteiligte sich aktiv am Ghetto-Aufstand. Sie war eine der AnführererInnen des Aufstands und eine von nur 34 KämpferInnen die ihn überlebten. Sie hielt sich in den Wäldern versteckt und beteiligte sich auch am Aufstand in Warschau. Nach dem Krieg war Lubetkin bei der Organisation der Beriha aktiv, eine Organisation, die überlebenden Jüdinnen und Juden half ins britisch besetzte Palästina einzuwandern. 1946 emigrierte sie nach Israel und heiratete Yitzhak Zuckerman, ein Kommandant der Partisanenorganisation “Żydowska Organizacja Bojowa (ZOB). In Israel gehörten beide zu den Gründern des Kibbutz Lochamei HaGhettaot. 1961 wurde Lubetkin auch als Zeugin zum Eichmann-Prozess aufgerufen wo sie ihre Aussagen machte. Zivia Lubetkin starb 62-jährig in Israel. Zivias Enkelin Roni Zuckerman, war übrigens die erste weibliche Kampfpilotin bei der israelischen Luftwaffe.
(via louiselamoore)
Anläßlich des 70. Jahrestages des Aufstandes im Warschauer Ghetto: Eine Kaufempfehlung aus einem Verlag, der gerade wirkliche Unterstützung benötigt, da ein Großteil seiner Bestände einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen ist. (Verlagsmitteilung zum Außenlagerbrand: http://www.verbrecherverlag.de/service/59)
http://www.verbrecherverlag.de/book/detail/61
Warschau - Aufstand für die Würde | Jüdische Allgemeine
Als am 18. Januar 1943 die Deportationen wieder einsetzen, leisten die Juden erstmals Widerstand. Nach vier Tagen, in denen sie fast 7000 Menschen nach Treblinka verschleppt, stellt die SS die Deportationen ein. Obwohl viele ihrer Mitglieder ermordet werden, wertet die Kampforganisation ihr Handeln als Erfolg: »Denn zum ersten Mal werden die deutschen Pläne durchkreuzt. Zum ersten Mal bricht der Nimbus vom unantastbaren, allmächtigen Deutschen zusammen. Zum ersten Mal gewinnt die jüdische Bevölkerung die Überzeugung, es sei möglich, trotz der deutschen Stärke etwas gegen die Absichten der Deutschen zu unternehmen«, erinnert sich Marek Edelman, einer der führenden Mitglieder der Kampforganisation, unmittelbar nach Kriegsende.
(…)
Der Aufstand ist ein Symbol für den Widerstandswillen der Juden, die sich nicht »wie Schafe zur Schlachtbank« führen lassen wollten. Die Möglichkeit, mit der Waffe ihre Würde zu verteidigen, besaßen jedoch nur wenige. Daran erinnerte Marek Edelman, der als einer der wenigen Überlebenden der Jüdischen Kampforganisation nach 1945 in Polen blieb und 2009 verstarb: »Um wie viel leichter erschien das Sterben uns als dem Menschen, der in den Viehwagen steigen, diese Fahrt mitmachen, sein Grab schaufeln, sich splitternackt ausziehen musste.«
(Source: zitation)
Taken in Buchenwald just after its liberation by the photographer Margaret Bourke-White, this image is so powerful not just because it shows the pure joy of liberation, but because it turns these men who we have almost turned into mythic creatures into normal folks. The kind that celebrate with champaign and cigarettes. I hope they’re still celebrating, wherever they are.
(via 20 Photos That Change The Holocaust Narrative | Pop Chassid)

